Heinrich Heine in seiner Geburtsstadt Düsseldorf

Ein biographischer Abriß – oder: was Düsseldorf mit Paris verbindet

Sy. Freudhold Riesenharf – Harry Heine Dusseldorff

 

 “(...) und ich bin wieder ein Kind und spiele mit andern Kindern auf dem Schloßplatz zu Düsseldorf am Rhein. Ja, Madame, dort bin ich geboren, und ich bemerke dieses ausdrücklich für den Fall, daß etwa, nach meinem Tode, sieben Städte – Schilda, Krähwinkel, Polkwitz, Bockum, Dülken, Göttingen und Schöppenstädt – sich um die Ehre streiten, meine Vaterstadt zu seyn.”

 

(H. Heine in: Ideen. Das Buch Le Grand)

 

Heinrich Heine, geboren als Harry Heine am 13. Dezember 1797, verlebte in Düsseldorf eine glückliche Kindheit und Jugend und behielt Zeit seines Lebens positive Erinnerungen an seine Heimatstadt, die er in Gedichten und autobiografischen Erzählungen festhielt.

 

Auf Wunsch seiner Eltern absolvierte er ab 1816 eine kaufmännische Lehre in Hamburg und veröffentlichte dort seine ersten Gedichte unter dem Pseudonym “Sy. Freudhold Riesenharf”, ein Anagramm aus “Harry Heine Dusseldorff”. 1818 richtete ihm sein Vater  eine Hamburger Filiale des Düsseldorfer Geschäfts ein. Der Konkurs des väterlichen Tuchhandels war jedoch bereits absehbar und so wurde auch “Harry Heine et Comp.” bald darauf liquidiert.

 

Als Kaufmann gescheitert, kehrte Heine 1819 ein letztes Mal nach Düsseldorf zurück, um sich für sein anschließendes Jura-Studium an der Universität Bonn vorzubereiten. Die Familie Heine zog im Frühjahr 1820 Richtung Hamburg und Oldesloe und wohnte ab 1822 in Lüneburg.

 

Damit endet auch Heines unmittelbarer Bezug zu Düsseldorf. Seine Geburtsstadt hat er nicht wiedergesehen. Doch blieben ihm seine Kindheits- und Jugenderlebnisse lebendig im Gedächtnis. Entsprechende Passagen finden sich in mehreren seiner Werke: im “Buch der Lieder”, im Reisebild “Ideen. Das Buch Le Grand”, im Schelmenroman “Die Memoiren des Herren von Schnabelewopski”, im Gedichtband “Romanzero” sowie in den “Geständnissen” und dem Memoirenfragment.

 

Henri Heiné in Paris

 

“Hier in Frankreich ist mir gleich nach meiner Ankunft in Paris mein deutscher Namen ‘Heinrich’ in Henri übersetzt worden, da ersterer dem französischen Ohr nicht zusagte und überhaupt die Franzosen sich alle Dinge in der Welt recht bequem machen. Auch den Namen Henri Heine haben sie nie recht aussprechen können (...) Heinrich, Harry, Henri, alle diese Namen klingen gut, wenn sie von schönen Lippen gleiten. Am besten freylich klingt Signor Enrico.”

 

(H. Heine in: Memoirenfragment)

 

1831 ging Heine wie viele Intellektuelle seiner Zeit nach Paris und arbeitete dort als Autor und Journalist. Nach dem Publikationsverbot durch die Deutsche Bundestagsversammlung im Jahr 1835 wird sein zunächst freiwilliger Aufenthalt für ihn zum Exil. 1843/44 kehrt Heine auf zwei Reisen noch einmal nach Deutschland zurück und hält seine Eindrücke im Versepos “Deutschland. Ein Wintermärchen” fest.

 

Am 17. Februar 1856 stirbt Heine nach langjähriger Krankheit in Paris und wird auf dem Friedhof Montmartre begraben. Das Heinrich-Heine-Monument von Bert Gerresheim in Düsseldorf widmet sich dieser schwierigen Zeit der “Matratzengruft” und schlägt eine Brücke zwischen Heines Geburtsort und seinem Pariser Exil. Für diese spezielle Thematik habe ich die Sonderführung “Das Heinrich-Heine-Monument von Bert Gerresheim” entwickelt.